Mittwoch, April 04, 2007

Verbotenes

Genießt noch das Leben!
Ab dem morgigen Abend ab 18 Uhr ist erstmal Schluss mit lustig.
Dann beginnen die stillen Feiertage (Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag).
Alles ist - wie immer - auf's Genaueste geregelt. Es gilt in dieser Zeit das Verbot für: öffentliche Tanzveranstaltungen, generell der Unterhaltung dienenenden Veranstaltungen, ferner "Märkte, gewerbliche Ausstellungen, Briefmarkentauschbörsen, sportliche Veranstaltungen einschließlich Pferderennen, Leistungsshows, Zirkusaufführungen, Volksfeste, tänzerische und artistische Darbietungen, alle Unterhaltungsdarbietungen in Gaststätten und Diskotheken sowie der Betrieb von Spielhallen und Wettannahmestellen."
Am Karfreitag zwischen 6 und 11 Uhr wird die Regelung verschärft, denn dann sind selbst "
Theater-, Musik- und Filmvorführungen [verboten], selbst wenn sie ernsten Inhalts sein sollten."
Das einzige, was erlaubt ist, sind
"klassische Musik und ernste Theateraufführungen, wenn sie diese Voraussetzungen erfüllen oder dem Wesen des Feiertages angemessen sind und gerade an diesem Tag aufgeführt werden sollen."
Wenn ich dies lese, dann mir den Anteil der katholischen (43,4%) und der protestantischen (28,7%) Christen in NRW, wobei man davon ausgeht, dass nur 15-20% davon zu den aktiven Kernmitglieder gehören, vor Augen führe - dann wundert mich der Bestand der oben stehenden Regelung ganz besonders.
Immer wieder bin ich erstaunt, wie stark die Kirchen in das gesellschaftliche Leben hineinwirken. Und das, obwohl viele Leute immer wieder versichern, dass sie mit der Kirche nichts am Hut hätten, ja, sie nur noch in der Kirche seien, damit ihre Kinder eines Tages einen Platz im kirchlichen Kindergarten bekommen könnten, sie schon ewig nicht mehr in der Kirche waren, was denn Karfreitag überhaupt noch mal gewesen sei...
Erstaunlich, erstaunlich...
Ich bin der Meinung, dass man die Gefühle der anderen respektieren sollte und ihnen auch Raum geben sollte diesen Ausdruck zu verleihen. Sicherlich wäre es irritierend für einen Christen, der gerade aus der Karfreitagsliturgie kommt, den Rückweg nach Hause über ein Frühlingsfest nehmen zu müssen.
Jedoch ist es m. E. übertrieben alle anderen Veranstaltungen zu verbieten, wenn sie so gestaltet sind, dass sie keinen Gläubigen stören.
Wie dem auch sei, ich werde am kommenden Freitag mit Freunden ins Grüne fahren, ganz weltlich einen Cache
suchen gehen und aufpassen, dass ich nicht zu lustig und laut durch die Gegend laufe.
Ipso Facto Comic