Mittwoch, Januar 11, 2006

Vergangenes

Gestern sah ich (ja, im ZDF) eine Dokumentation über Stalingrad. Obwohl ich normalerweise alles, was in irgendeiner Weise mit Guido Knopp zu tun hat, meide, fand die Dokumentation von Dehnhardt und Oldenburg unter der Leitung von Knopp mein Interesse.
Es war unglaublich erschreckend, alte Menschen zu sehen, die sobald sie ihre Erlebnisse schilderten in Tränen ausbrachen. Es gibt demnach Ereignisse im Leben, die einen so tiefgehend verletzen können, dass eine Heilung unmöglich ist. 'Die Zeit heilt alle Wunden' ist in diesem Zusammenhang der blanke Hohn.

Ich bin mir leider nicht mehr sicher, was mir meine Oma damals - vor 20 Jahren - erzählt hat, aber ich meine zu wissen, dass mein Opa auf dem Weg oder in Stalingrad vermisst ist. Nun, ~65 Jahre später, sitze ich, die Enkelgeneration, hier, man möchte meinen alles sei vorbei.
Dennoch wird immer wieder an verschiedenen Stellen spürbar, welche Wunden dieser Krieg in der Bevölkerung bis heute gerissen hat. Die Kriegsversehrten aus meinen Kindertagen ('Oma, warum hat der Mann nur ein Bein?') leben nicht mehr. Nur an wenigen Orten sehen wir Relikte aus der Kriegszeit. Selten berichten Menschen ihre Erlebnisse im Krieg, da sie entweder ebenfalls bereits verstorben sind oder damals Kinder waren.

Trotzdem habe ich oft das Gefühl, dass die Erlebnisse in uns heute nach wie vor präsent sind. Zumindest für meine Person kann ich sagen, dass ich vieles erlernen möchte, was mir in Notzeiten hilfreich sein kann. Ich bin mit der Idee aufgewachsen immer vorbereitet sein zu müssen, denn man weiß nie was kommt. Es ist wichtig sich selbst versorgen, improvisieren und ertragen zu können. Meine Oma hat mir scheinbar in einer sensiblen Zeit ihre Erlebnisse sehr anschaulich geschildert.
Krieg halte ich für denkbar. Und wenn, dann läuft er so ähnlich ab, wie meine Oma es mir erzählt hat. - so weit meine irrationalen Gedanken...

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