Donnerstag, Januar 19, 2006

Zirpendes

Seit Mittwoch zirpt es bei uns auf der Toilette.

Im Rahmen des Biologieunterrichts zum Thema 'Verhaltensbiologie' brauche ich für die nächsten Stunden geeignete Versuchstiere zur Verhaltensbeobachtung.
Leider sind im Winter Tiere rar.
Vögel sieht man - entgegen der Aussagen in der Literatur - nur äußerst selten.
Fliegen und Spinnen - die sonst üblichen Hausgenossen - sind nur noch vereinzelt zu finden.
Die Achatschnecken meiner Kollegin, die sich hierfür vorzüglich eignen, sind im Winterschlaf. Schnecken wecken mittels lauwarmen Wasser wäre vielleicht auch ein interessantes Unterrichtsthema. Aber wer garantiert mir, dass sie innerhalb von 60 Minuten tatsächlich aufwachen? Was tun, wenn sie weiter schlafen? Meine SchülerInnen werden in solchen Momenten immer sehr unruhig-ungemütlich.

Daher - ab zu Knauber. Dort gibt es für 1,89€ Futtertiere für Geckos u. ä. Neben Mehlkäfern kann man dort Fliegen, Grillen und Heimchen erstehen. Wunderbar!
Am Mittwoch kaufte ich dort also eine Packung Heimchen und 8 weitere leere Plastikdosen.
Seit dieser Zeit sitzen die Heimchen in kleinen Dosen gefüllt mit Blumenerde, einer Eierwabe, einer Möhrenscheibe und einem kleinen Salatblatt bei uns in der Toilette (im Falle eines Ausbruchs kann ich sie dort mangels Schlupfwinkel am ehesten fangen) und zirpen (nur die Männchen!), was das Zeug hält.


Es ist wunderbar - sobald man die Toilettentür öffnet, überkommt einen ein Sommerfeeling!
Vor dem geistigen Auge ziehen Bilder vorbei: sich im Winde leise wiegendes Gras, roter Klatschmohn, leuchtend gelbe Sonne, klarer blauer Himmel und zirpende Heimchen im Gras...
Winterdepressionen haben keine Chance!

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