Sonntag, September 03, 2006

Begeistertes

Wenn mich eines völlig begeistern kann, dann ist es das Siebengebirge bei Bonn/besser: Königswinter.
Es ist voller Geschichte und Geschichten - so sagenumwoben, wie man es sich vorstellt: Voller Drachen, nachts umherwandernden Mönchen, verlassenen Bergstollen.
Neben meinem Lebensziel ganz Europa zu bereisen, habe ich noch ein Weiteres: Das ganze Siebengebirge und seine Geschichten kennenzulernen.
Gestern war ich mal wieder auf Entdeckungstour.
Nachdem ich vor einiger Zeit auf der Wanderkarte Hinweise auf Hünengräber gefunden hatte, war ich völlig aus dem Häuschen. Hünengräber und Dolmen sind meine große Leidenschaft! Jetzt brauchte ich endlich nicht mehr nach Irland, Frankreich, Großbritannien und Rügen zu fahren, um welche zu finden.
Nein, sie befinden sich 'direkt vor meiner Haustür'. Nun war die Wanderkarte etwas grob und das Unterholz sehr dicht - aber eines der Hünengräber habe ich tatsächlich gefunden (Bonn-Niederholtorf, Nähe Löwenburgstraße). Ich stand vor dem großen Hügel am Wanderweg, zu seinem Fuße ein kleiner Teich/Quelle (?) und da war wieder das Gefühl da an einem besonderen heiligen Ort zu stehen. (Bei allem Katholizismus habe ich noch immer einen Hang zum Heidnischen. Kleiner Exkurs am Rande: Vielfach wurde heidnische Orte einst in christliche umgewidmet. Ich bin der festen Überzeugung, dass es auf der Erde bestimmte Orte gibt, die es einem leichter machen sich auf das Spirituelle einzulassen - so eben auch Hünengräber, aber auch große Kathedralen, wie z. Bsp. der Kölner Dom)
Für mich ist ein Hügelgrab weitaus mehr als nur ein Erdhügel. In dem Moment in dem ich ein solches sehe, habe ich das Gefühl ich hätte Röntgenaugen. Ich sehe die großen Steine, die die Grabkammer bilden, die Grabbeigaben, die Gravuren auf den Steinen, das Skelett des Verstorbenen, spüre aber auch den spirituellen Hintergrund des Begräbnisses, die Ehre und Wertschätzung, die man dem Verstorbenen erwies.
Und diese Wahrnehmung füllt mich ganz und gar aus.
Schwierig wird es in solchen Fällen immer, wenn ich mit anderen solche Grabmale besuchen. Während diese schon langsam genervt mit den Füßen scharren, könnte ich stundenlang sitzen bleiben.

Laut Quellen gibt es im Siebengebirge/Ennert noch zwei weitere Hügel und weitere flachere Gräber. Nun warte ich auf den Herbst und damit auf die bessere Sicht auf Bodenunebenheiten.

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