Fahrrad fahren ist so etwas Sinnliches.
Ich genieße es auf dem Rad zu sitzen und mich den zahlreichen Reizen auszusetzen. Aus der erhöhten Position sieht man die Welt aus einer anderen Perspektive, der Wind fährt einem durch's Haar, kleine Fliegen setzen sich auf die Haut, manche in die Augen, Autolärm, Hupen, aber auch Vogelstimmen dringen ans Ohr, man spürt jede Bodenerhebung und -senkung (aua!), Bordsteine und enge Spuren werden zur Herausforderung für den Gleichgewichtssinn.
Das, was mich jedoch am meisten beeindruckt, sind die verschiedenen Gerüche, die man beim Fahren aufschnappt: Autoabgase und noch schlimmer die von Linienbussen versuche ich durch zeitweiliges Luftanhalten zu Umgehen. Hingegen liebe ich den Geruch des leicht brackigen Wassers am Rheinufer, den süßlich-fruchtigen Duft der blühenden Linden, der herbe und strenge Geruch des Holunders, den Duft, den die feuchte, frische Erde und die vom Tau benetzten Gräser am Park ausströmen. Herrlich!
Gestern war dies so intensiv, dass ich für einen Moment langsamer fuhr, tief einatmete und einen herzhaften Seufzer tat. Was macht die Frau bloß auf ihrem Rad, mögen andere denken? Das Leben genießen mit allen Sinnen!

Wie man unschwer erkennen kann, fällt mir das Malen von Fahrrädern immer unglaublich schwer. Obwohl ich mir - angesichts meiner Schwäche - Fahrräder mehrfach real und auf Abbildungen angesehen habe und ihre Form nachgespurt habe, muss ich mich jedes Mal extrem anstrengen, wenn ich eines malen möchte.
* Wo ist der Fehler in der Zeichnung?